top of page

iamo «intelligente automatisierte Mobilität» Furttal

Das Swiss Transit Lab, die Kantone Zürich und Aargau und die SBB bereiten den Einsatz selbstfahrender Fahrzeuge im Pilotprojekt «iamo - intelligente automatisierte Mobilität» im Furttal vor.  Die Projektpartner haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam die Zukunft der Mobilität aktiv mitzugestalten. Die Projektträgerschaft übernimmt das Swiss Transit Lab. 

iamo-Furttal (4 von 5).jpg

Das Ziel des Projekts iamo

Die Projektpartner Swiss Transit Lab, die Kantone Zürich und Aargau und die SBB haben sich im Pilotprojekt «iamo – intelligente automatisierte Mobilität» zusammengeschlossen, um gemeinsam die Zukunft der Mobilität aktiv mitzugestalten. Konkret wollen sie automatisierte Fahrzeuge für Reisende auf die Strasse bringen, um herauszufinden, wie selbstfahrende Fahrzeuge künftig den ÖV nutzbringend weiterentwickeln können.

Die Projektpartner sind überzeugt, dass automatisierte Angebote insbesondere im ÖV grosse Chancen bieten. Sie können potenziell kostengünstig und flexibel betrieben werden. Dadurch lässt sich vor allem in ländlichen Gebieten und Agglomerationen das Angebot weiter verbessern. Die Technologie zum automatisierten Fahren hat in den vergangenen Jahren entscheidende Fortschritte gemacht. 

iamo-Furttal (3 von 5).jpg

Pilotregion Furttal

Als Pilotregion haben sich die Projektpartner für das Furttal entschieden. Es eignet sich aufgrund seiner Siedlungsstruktur, seiner Grösse und seinem bestehenden ÖV-Netz mit einer zentralen S-Bahn-Linie optimal für das Vorhaben. Für die Anwohnenden entstehen durch das Projekt ein verbesserter Zugang zu den Bahn-Haltestellen und ein vielfältigeres ÖV-Angebot in der Region.

Der Pilotbetrieb startet in Otelfingen, Boppelsen, Hüttikon und Dänikon. Das Testgebiet soll schrittweise auf die Zürcher Gemeinden Buchs, Dällikon, Regensdorf sowie die Aargauer Gemeinden Würenlos und Killwangen erweitert werden.

Die Gemeinden des Furttals sind aktiv in das Projekt eingebunden, gestalten es mit und treiben es gemeinsam mit den Projektpartnern voran. Die Gemeinden und Projektpartner legen Wert darauf, die Bevölkerung vor Ort in den Prozess miteinzubeziehen.

Pilotprojekt iamo - Streckenverlauf im Furttal.jpg

Fahrzeuge, Technologielieferant und App-Anbieter

Eingesetzt werden Personenwagen von Nissan (Ariya elektro), ausgestattet mit der Technologie zum automatisierten Fahren von WeRide. WeRide ist ein Technologieunternehmen mit Sitz in China und den USA und gehört beim Einsatz automatisierter Fahrzeuge zu den Marktführern. Die eingesetzte Technologie zum automatisierten Fahren von WeRide hat sich international bereits bewährt – mit über sechs Jahren Betriebserfahrung in über zehn Ländern, rund dreissig Städten und mit über vierzig Millionen gefahrenen Kilometern.

Zu einem späteren Zeitpunkt soll die Pilot-Flotte mit Kleinbussen erweitert werden. Der Hersteller der Kleinbusse steht noch nicht fest.

iamo-Furttal (5 von 5).jpg

Die Fahrgast-App und die On-Demand-Software für das Pilotprojekt wird von ioki bereitgestellt, einem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn mit Sitz in Frankfurt. ioki ist ein etablierter Anbieter von On-Demand Lösungen in Europa. Dank seiner Nähe zum ÖV und seiner Erfahrung aus europäischen Projekten, ergänzt ioki das Projekt optimal.

Vorbereitungen und Betriebsstart

Bevor die Bevölkerung das Angebot erstmals nutzen kann, durchläuft das Projekt drei Phasen. Dabei arbeiten die Projektpartner eng mit dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) zusammen. 

1. Kartieren

Während der Kartierungsphase erstellen zwei manuell gesteuerte Fahrzeuge eine präzise digitale Karte der Pilotregion. Diese Karte dient später – in Kombination mit Echtzeitdaten – als Grundlage für die sichere Navigation der Fahrzeuge im automatisierten Modus.

 

2. Trainieren

In der Trainingsphase gehen die beiden Fahrzeuge gewissermassen in die «Fahrschule», um den Umgang mit typischen Verkehrssituationen vor Ort zu trainieren. Voraussetzung für die Trainingsphase ist, dass die Ausnahmebewilligung des ASTRA zum automatisierten Fahren vorliegt. Das Training findet zu verschiedenen Tageszeiten und bei unterschiedlichem Verkehrsaufkommen statt. 

3. Testen

Während der Testphase sind die beiden Fahrzeuge komplett automatisiert unterwegs. Anfangs wird noch ein Sicherheitsfahrer mit im Fahrzeug sitzen, bevor die Fahrzeuge später erstmals ohne Fahrerin oder Fahrer unterwegs sein werden. Die Fernüberwachung der Fahrzeuge erfolgt dann über eine zentrale Leitstelle bei Eurobus.

Betriebsstart

Die Bevölkerung wird die selbstfahrenden Fahrzeuge erstmals nutzen können, sobald die Testphase erfolgreich abgeschlossen ist. Gemäss aktuellem Projektstand wird dies frühestens in der ersten Jahreshälfte 2026 der Fall sein. Dann stehen bis zu vier Personenwagen zur Verfügung, die über eine App kostenpflichtig bestellt werden können. Die Fahrzeuge werden die Fahrgäste an einem definierten Haltepunkt abholen und sie zu einem anderen Haltepunkt in der Testregion bringen. Das Angebot wird zu Beginn pro Tag einige Stunden verfügbar sein. In einem späteren Schritt ist eine Erweiterung des Angebots mit automatisierten Kleinbussen geplant.

Projektumsetzung

Die SBB und der Kanton Zürich haben das Swiss Transit Lab mit der praktischen Umsetzung des Projekts betraut. Der Kanton Zürich leistet eine Anschubfinanzierung von 3.8 Mio. Franken, die SBB ihrerseits finanziert das Projekt über die maximale Projektdauer von fünf Jahren mit jeweils 1 Mio. Franken pro Jahr. Ab 2026 beteiligt sich der Kanton Aargau mit 1.9 Mio. Franken. 

Weitere Partner tragen zur Projektrealisierung bei: die Gemeinden des Furttals, die Verkehrsbetriebe Glattal (VBG) und Eurobus begleiten den operativen Betrieb, WeRide liefert die Technologie zum automatisierten Fahren, ioki die Fahrgast-App und die On-Demand-Software für das Pilotprojekt und Amazon Web Services (AWS) und UMB vervollständigen das Partnernetzwerk als Technologie- bzw. Service-Provider.

FAQ

Was ist das Ziel des Pilotvorhabens im Furttal?

Mit dem Pilotprojekt "iamo - intelligente automatisierte Mobilität" möchten wir gemeinsam mit unseren Projektpartnern - den Kantonen Zürich und Aargau sowie der SBB - herausfinden, wie selbstfahrende Fahrzeuge künftig den öV nutzbringend weiterentwickeln können. Dazu sollen selbstfahrende Fahrzeuge ohne Fahrerin oder Fahrer im Furttal - unserer Pilotregion - eingesetzt werden.

Ist die Technologie zum automatisierten Fahren bereits ausgereift?

Unser Technologiepartner WeRide ist seit über sechs Jahren weltweit aktiv und hat in über 30 Städten in mehr als 10 Ländern selbstfahrende Fahrzeuge eingesetzt. Dabei wurden über 40 Millionen Kilometer zurückgelegt, ohne einen Vorfall zu verzeichnen.

Ab wann und wie kann ich mitfahren?

Sobald Kartierung, Training und Tests erfolgreich abgeschlossen sind, startet das neue Mobilitätsangebot - voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2026. Bis zu vier selbstfahrende Fahrzeuge werden dann im Furttal zwischen festgelegten virtuellen Haltepunkten verkehren. Die Fahrten lassen sich einfach per App buchen, zunächst während bestimmter Stunden am Tag.

Was für Fahrzeuge sind in der Pilotregion unterwegs?

Im Furttal sind Personenwagen des Typs Nissan Ariya (elektrisch, grau) unterwegs, die mit der Technologie zum automatisierten Fahren von WeRide ausgestattet sind. Erkennbar sind die Fahrzeuge an ihrer blauen Beklebung sowie an den Sensoren auf dem Dach und an den Fahrzeugseiten.

Werden alle Strassen in der Pilotregion befahren?

Fast alle Strassen in der Pilotregion werden abgedeckt. Nur wenige Seitenstrassen sind ausgenommen. Das Streckennetz umfasst insgesamt 110 km.

Wie werden die datenschutzrechtlichen Anforderungen eingehalten? 

Zur Einhaltung der datenschutzrechtlichen Anforderungen wurde im Projekt ein umfassendes Schutzkonzept erstellt. Wir treffen während der gesamten Projektdauer Massnahmen, um den Datenschutz und die Sicherheit zu gewährleisten. 

Welche Daten werden während der Kartierungsphase erfasst?

Am Fahrzeug angebrachte Sensoren und Kameras (Lidar, Kamera, GPS) fertigen Aufnahmen von der Umgebung an, um die Strecken zu erfassen (Strassenverlauf, Verkehrszeichen, Fahrbahnmarkierungen, Randsteine etc.). Personenbezogene Daten wie Gesichter oder Kennzeichen können technisch mitaufgenommen werden, werden jedoch unmittelbar im Fahrzeug anonymisiert, indem sie automatisch unscharf gemacht werden (sog. Blurring). Die Wirksamkeit dieser technischen Anonymisierung wird regelmässig überprüft.

Warum sitzt noch jemand auf dem Fahrersitz, wenn die Fahrzeuge doch automatisiert fahren?

Bevor das Angebot für die Öffentlichkeit startet, durchlaufen die Fahrzeuge drei Phasen:

 1. Kartieren: Manuell gesteuerte Fahrzeuge erstellen eine digitale Karte der Region.

2. Trainieren: Das automatisierte System trainiert typische Verkehrssituationen vor Ort.

3. Testen: Die Fahrzeuge fahren automatisiert. Anfangs ist noch ein Sicherheitsfahrer an Bord, später sollen sie ohne Fahrpersonal unterwegs sein, überwacht aus der Leitstelle bei Eurobus.

An wen kann ich mich bei Fragen oder Feedback wenden?

Bei Fragen, Feedback oder Anregungen steht dir das Projektteam jederzeit gerne zur Verfügung. Am besten erreichst du uns per Mail unter info@iamo.swiss

bottom of page