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Automatisiert unterwegs auf Furttaler Strassen

Meilenstein für das Pilotprojekt «iamo»: Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) hat die Bewilligung zum automatisierten Fahren im Furttal erteilt. Damit werden die Fahrzeuge erstmals selbstfahrend im Strassenverkehr eingesetzt

Erschienen am: 20.11.2025

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Gemeinsame Medienmitteilung des Swiss Transit Labs, der Volkswirtschaftsdirektion Kanton Zürich, des Departements Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau und der SBB vom 20. November 2025

Meilenstein für das Pilotprojekt «iamo»: Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) hat die Bewilligung zum automatisierten Fahren im Furttal erteilt. Damit werden die Fahrzeuge erstmals selbstfahrend im Strassenverkehr eingesetzt – vorerst noch mit Sicherheitspersonen und ohne Fahrgäste an Bord. Nun wird die Automatisierungs-technologie optimal auf den späteren Betrieb vorbereitet. Die SBB und die Kantone Zürich und Aargau sind im Projekt beteiligt, damit Innovationen im Bereich des automatisierten Fahrens mit den Bedürfnissen des öffentlichen Verkehrs und der Fahrgäste in Einklang stehen. Die Bevölkerung wird das Angebot voraussichtlich im ersten Halbjahr 2026 nutzen können. 

Das Swiss Transit Lab (STL), die Kantone Zürich und Aargau sowie die SBB testen mit dem Pilotprojekt «iamo – intelligente automatisierte Mobilität», wie selbstfahrende Fahrzeuge den öffentlichen Verkehr weiterentwickeln können. Künftig sollen zunächst drei selbstfahrende Personenwagen Fahrgäste im Furttal auf einer 110 Kilometer langen Strecke mit rund 460 festgelegten Haltepunkten befördern. Ziel ist es, fundierte Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie automatisierte Angebote als Zubringer zur Bahn und zur Verbesserung der lokalen Mobilität funktionieren können. So soll die Mobilität besonders in ländlichen und weniger dicht besiedelten Gebieten effizienter und nahtloser werden. Langfristig soll dies den Wert und die Effizienz des gesamten Mobilitätssystems steigern. Bevor es so weit ist, sind Trainings und umfangreiche Tests erforderlich.

Projekt hat ASTRA-Bewilligung erhalten

In den vergangenen Wochen wurden entscheidende Vorarbeiten abgeschlossen. Projekt-mitarbeitende haben das Pilotgebiet im Furttal mehrfach abgefahren. Dabei wurde eine präzise digitale Karte erstellt, die als Grundlage für den selbstfahrenden Modus dient. Auch wurde die Technologie zum automatisieren Fahren auf Privatgelände sorgfältig geprüft. Die Fahrzeuge meisterten dabei anspruchsvolle Verkehrssituationen, etwa den sicheren Umgang mit Velofahrenden, mit Fussgängerinnen und Fussgängern sowie mit unerwartet auftretenden Hindernissen auf der Fahrbahn. Das ASTRA hat diese Vorbereitungen eng begleitet und dem Projekt die Bewilligung zum automatisierten Fahren erteilt.

Nun wird trainiert und getestet 

Mit der ASTRA-Bewilligung werden die Fahrzeuge erstmals selbstfahrend im regulären Strassenverkehr mit bis zu 80 km/h unterwegs sein. Vorerst sitzt noch ein Sicherheitsfahrer am Steuer, der bei Bedarf eingreifen kann. Nun beginnt eine mehrwöchige Trainingsphase. Die eingesetzte Technologie zum automatisierten Fahren von WeRide hat sich international bereits bewährt – mit über sechs Jahren Betriebserfahrung in über zehn Ländern, rund dreissig Städten und mit über vierzig Millionen gefahrenen Kilometern. Während der Trainingsphase geht es darum, diese internationale Fahrerfahrung gezielt auf die schweiz-spezifische Verkehrssituationen in der Pilotregion Furttal zu übertragen. Die Trainingsfahrten finden zu unterschiedlichen Tageszeiten und bei variierendem Verkehrsaufkommen statt und werden von einer ortsansässigen Fahrschule begleitet.

Danach folgt eine längere Testphase, in deren Verlauf die Fahrzeuge erstmals ohne Sicherheitsfahrerin oder -fahrer unterwegs sein werden. Geschultes Personal übernimmt dann die Fernüberwachung der Fahrzeuge aus einer zentralen Leitstelle bei Eurobus. Der Übergang vom Betrieb mit Sicherheitsfahrerin bzw. -fahrer zum fernüberwachten Betrieb erfolgt erst nach Freigabe durch das ASTRA und auf Basis des erbrachten Nachweises, dass die Fahrzeuge sicher selbstfahrend betrieben werden können.

Ausblick: Öffentlicher Betrieb im Jahr 2026 

Nach erfolgreichem Abschluss der Testphase wird das neue Mobilitätsangebot der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Laut aktuellem Projektstand ist dies voraussichtlich im ersten Halbjahr 2026 geplant. Zu einem späteren Zeitpunkt soll die Pilotflotte mit automatisierten Kleinbussen ergänzt werden, wozu eine weitere Bewilligung des ASTRA eingeholt wird.

Swiss Transit Lab

Das Swiss Transit Lab (STL) ist eine 2019 gegründete Non-Profit Organisation. Das STL ist ein führendes Kompetenznetzwerk zur Entwicklung und Erprobung intelligenter Mobilitätslösungen unter realen Bedingungen. Es bringt Gesellschaft, Wirtschaft, öffentliche Hand und Forschung zusammen, um innovative Mobilitätskonzepte in die Praxis zu überführen.

Foto- und Videomaterial finden Sie zum Download unter

Kontakt für Medienanfragen

Christine Mauelshagen

Gesamtprojektleiterin «iamo»

Swiss Transit Lab

info@iamo.swiss

Kanton Zürich

Die Weiterentwicklung der Mobilität ist ein strategisches Ziel der Verkehrspolitik des Kantons Zürich. Mit dem Pilotprojekt will der Kanton unter der Federführung des Amtes für Mobilität herausfinden, welchen Beitrag selbstfahrende Fahrzeuge leisten können, um ein bestehendes ÖV-Angebot nutzbringend weiterzuentwickeln. Zudem möchte der Kanton Zürich Erfahrungen sammeln rund um die neue Technologie und die notwendigen Bewilligungsverfahren. Der Kanton Zürich leistet eine Anschubfinanzierung von 3.8 Mio. Franken.

Kanton Aargau

Der Kanton Aargau sieht im Projekt die innovative Möglichkeit, den strassengebundenen ÖV weiterzuentwickeln. Er will mit der Beteiligung am Pilotprojekt umfassende Erfahrungen und Erkenntnisse zum Einsatz automatisierter Fahrzeuge im ÖV sammeln. Damit möchte der Kanton Aargau auf innovative und zukunftsorientierte Weise die Rahmenbedingungen des künftigen Mobilitätsmarkt mitgestalten. Ab 2026 beteiligt sich der Kanton Aargau mit 1.9 Mio. Franken. 

SBB

Mit dem Zielbild Mobilität hat die SBB skizziert, wie die Bahn Zukunft hat. Sie kann viele Menschen schnell über mittlere und lange Distanzen befördern, wenn auf kurzen Distanzen andere Verkehrsträger übernehmen, wie bspw. automatisierte Fahrzeuge. Die SBB unterstützt mit ÖV-Knowhow, damit Innovationen wie automatisierte Mobilität den Bedürfnissen von Fahrgästen entsprechen und das Angebot der Bahn sinnvoll ergänzen. Die SBB finanziert das Projekt über die maximale Projektdauer von fünf Jahren mit jeweils 1 Mio. Franken pro Jahr.

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